Asita Djavadi als Edith Piaf

LZ Lüneburg

Asita Djavadi feierte vor Jahren in Lüneburg einige Erfolge in Musicals. Jetzt kam sie zu einem „Piaf“ Programm zurück ins Theater Lüneburg. Mit den Lüneburger Symphonikern und Dirigent Thomas Dorsch gelang ein großer, lang gefeierter Abend des Chansons.

Liebe, Tragik, Lieder

Asita Djavadi erinnert im Theater an Edith Piaf – und noch viel mehr in Lüneburg. Das Konzert „Asita meets Piaf“ bot viel mehr, als sein Titel versprochen hatte. Asita Djavadi, die viele Lüneburger noch aus ihrer hiesigen Theaterzeit kennen, spielte Edith Piaf, wie sie auf ihr schicksalsträchtiges Dasein zurückblickt, interpretierte deren Erfolgssongs und animierte das Publikum zum Mitsingen. Nach der Pause war sie Sally Bowles aus dem Musical „Cabaret“, begeisterte mit Hits aus „Les Miserables“ und aus Musical Verfilmungen, sensibel begleitet von den Lüneburger Symphonikern, die auch mit schwungvollen Medleys auftrumpften. Unter der Leitung von Musikdirektor Thomas Dorsch, der gut gelaunt „die Piaf“ und später die Sängerin unter ihrem richtigen Namen ankündigte, war dies also ein Chansonabend mit großem Orchester. Die Symphoniker hatten den Streicherapparat abgespeckt, sich mit Flügel, Akkordeon, Melodika, Saxophon und Schlagwerk verstärkt. Das ergab einen raumfüllenden Sound, wie ihn sich die Solistin kaum schöner hätte wünschen können, dynamisch fein abgestuft, klangflexibel, emotionsgeladen und voller mitreißender Vitalität. Asita Djavadi ist an vielen Bühnen gern gesehener Gast. Ih Lüneburg war sie Piaf im gleichnamigen Stück (nach Pam Gems), nachdem sie schon als Charity Hope („Sweet Charity“), Lola Blau („Heute Abend Lola Blau“) und Aldonza („Der Mann von La Mancha“) gefeiert worden war.

Edith Piaf widmet sie seit 2003 Solo-Abende, und sie verkörpert den „Spatz von Paris“ absolut glaubwürdig. In einem einfach wirkenden, aber raffiniert geschnittenen Kleid, schlicht frisiert, singt sie mit großer Chanson-Stimme, die alle Schattierungen des typisch Piaf’schen Gesangsstils ausreizt. Ihr dunkler Mezzo hat zwar nicht Piafs Zittervibrato, besitzt jedoch ähnliche Klangfarben und Betonungen. „Piaf – die Suche nach Liebe“ heißt eines ihrer Solo-Programme, die das turbulente Leben der Sängerin präsentieren, und auf dieser Basis plauderte Asita Djavadi von Edith Piafs erster Zeit in Paris, als sie unter Mordverdacht stand und aus Mangel an Beweisen freikam, von ihrer Tochter, die sie mit 16 Jahren gebar und die- nach zwei Jahren starb, von ihrer Liebe zum Boxweltmeister Marcel Cerdan und zu anderen Männern, von ihrem Alkoholismus, ihrer Zähigkeit, ihrem Durchhaltevermögen. Dazu gab es Piafs Hits, darunter „L‘ accordeoniste“, „Padam“ „Milord“, „Je ne regrette rien“, „Hymne a l’amour“ und schließlich „La vie en rose“, mitgeklatscht und inbrünstig mitgesummt vom Publikum, als Finale noch zweimal zugegeben. Dass Asita Djavadi ihre Protagonistinnen formidabel darstellen und mit großen Vorbildern konkurrieren kann, zeigte sie auch in der zweiten Konzerthälfte. Sie schlüpfte in die Rolle Liza Minellis mit Songs· aus „Cabaret“, sang aus Schönbergs „Les Miserables“, aber auch Lieder wie „Over The Rainbow“, „Diamonds Are A Girl’s Best Friend“ oder „Papa, Can You Hear Me“·. Mit Bravos und Standing Ovations feierte das Publikum die Solistin und die Symphoniker. Asita Djavadi hatte mit den Lüneburger Symphonikern und Leiter Thomas Dorsch großartige Unterstützer.

 

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