16 - Orchesterbilder (Hannen)

 

Die Lüneburger Symphoniker interpretieren Musik des Barockzeitalters, der Frühklassik und der Wiener Klassik

Die Musiksprache der Romantik unterscheidet sich grundlegend von der Musik, die vor Beethoven entstanden ist. Es gibt zahlreiche Quellen und Hinweise, die belegen, dass die Musik vor 1750 nicht so gespielt wurde, wie sie in den Noten steht. Erst das Zeitalter der Romantik fixiert in einem Willen zur Personalisierung möglichst viele Details der Komposition, zudem hat sich eine Tradition der Interpretation über die Spätromantik bis heute erhalten. Es gibt Tondokumente der Spätromantiker, Klavierwalzen von Brahms, Strauss dirigiert seinen eigenen Stücke. Die Aufführungstraditionen der Werke der Frühklassik und des Barock sind allerdings verloren gegangen.

Nikolaus Harnoncourt schreibt in seinem berühmten und auch fast 30 Jahre nach seinem Entstehen ungeheuer relevanten Buch „Musik als Klangrede“ folgende Sätze: „Es gibt zwei grundverschiedene Einstellungen zu historischer Musik, denen auch zwei ganz verschiedene Arten der Wiedergabe entsprechen: die eine überträgt sie in die Gegenwart, die andere versucht, sie mit den Augen der Zeit ihres Entstehens zu sehen.“ Eben diesen zweiten Standpunkt nimmt die Norddeutsche Kammerakademie in Lüneburg ein. Wir versuchen die ungeheuere Vielfalt im Klang, die unglaublichen Dimensionen der Kompositionen neu zu entdecken, indem wir den zeitgenössischen Quellen folgen, die uns Anhaltspunkte zur Interpretation geben. Wir überdenken das Instrumentarium ebenso wie die gesamte musikalische Wiedergabe. Um wie viel farbiger und durchsichtiger und gleichzeitig „moderner“ die Werke der Söhne von Bach, Haydns Sinfonien und Mozart Konzerte klingen, ist ein bemerkenswertes Indiz. Diese Klanglichkeiten belohnen sowohl den Zuhörer als auch den Musiker und sind der sprichwörtliche Beweis für lohnenswerte Beschäftigung mit einer anderen Art des Denkens in einer anderen Zeit.

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