Ein Besuch bei den Proben zu Peterchens Mondfahrt in Straßburg

War Neil Armstrong tatsächlich das erste Lebewesen, das seinen Fuß auf den Mond gesetzt hat oder war es vielleicht doch ein Maikäfer, wie es in dem Klassiker von „Peterchens Mondfahrt“ erzählt wird? Die Uraufführung der poetischen und humorvollen Neuinterpretation des Märchen von Gerdt v. Bassewitz-Hohenluckow will am 8. und 9. Oktober in der Stadthalle Holzminden eine Antwort darauf finden.

Aber vorher muss der Maikäfer Herr Sumsemann den Kinder noch das Fliegen beibringen und das geschieht zurzeit bei den Proben in Straßburg. Dort lebt der französische Objektkünstler und Kinderbuchillustrator Christian Voltz, der die poetischen Schattenfiguren für die Nimmerland Theaterproduktion aus Hannover entworfen hat. Seine Ästhetik bewegt sich zwischen Alexander Calder und Jean-Jaques Sempé, der hierzulande dem einen oder anderen durch die Illustration zu „dem kleinen Nick“ bekannt seien dürfte.

Natürlich wollen solche Figuren auch professionell bespielt werden. Dazu wurde Dörte Lina Bauer, eine Spezialistin für Figurenanimation aus Leipzig, mit ins Team geholt. Wenn man bei den Proben einen Blick hinter die Kulissen erhält, stellt man sehr schnell fest, das Theater dort nicht weniger spannend von statten geht als vor den Kulissen. Sie wirbelt von einem Projektor zum nächsten, bevor sie sich wieder Figuren an Stäben bedient, um sie kunstvoll zu bewegen.

Die Wissenschaftlerin Gerda Hilbig, die auf humorvolle Art und Weise den Beweis erbringen möchte, dass nicht Armstrong sondern ein Maikäfer als erstes seine Füße auf den Mond gesetzt hat, verkörpert die Berliner Schauspielerin und Sängerin Jasmin Mauter. Ihre Fähigkeit als Musikerin ist wichtig, denn das ganze Theaterstück wird begleitet von einer eigens komponierten Musik von Thomas Dorsch, die für diese Produktion vom Orchester des Staatstheaters Oldenburg eingespielt wurde. Diese Musik macht das Theaterstück auch zu einem Erlebnis für Senioren, die das Märchen noch aus ihrer Kindheit kennen.

Der Zusammenschluss von deutschen und französischen Kultureinflüssen in dieser Produktion wird sicherlich am Weitestens bei der Bildregisseurin und Bühnen- und Kostümbildnerin Dorothée Ruge sichtbar. Die geborene Hannoveranerin lebt seit über 15 Jahren in Frankreich und stellt das Bindeglied in dieser internationalen Produktion dar.

Bleibt noch der Regisseur und Autor dieser Neufassung zu erwähnen. Thomas Lange verbindet eine besonderer Bezug zu Holzminden, denn er war einige Zeit Schüler im Landschulheim am Solling.

Wer noch Karten für eine Vorstellung erwerben möchte, sollte sich beeilen, denn die 9 und 10.45 Uhr Vorstellungen am Montag sind bereits ausverkauft. Es gibt aber noch Karten für die Vorstellung am Nachmittag um 15 Uhr und am Dienstag um 9 Uhr.

Peterchens Mondfahrt wird veranstaltet vom Familien- und Kulturzentrum Drehscheibe e.V. und von der Nimmerland Theaterproduktion. Die Aufführungen finden mit der Unterstützung der Gerberdingstiftung Courage! statt. Karten gibt es beim Täglichen Anzeiger.

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